Sonntag, 19. September 2010

Rockbox

Seit längerer Pause mal wieder ein Blogeintrag. Heute über Rockbox die quelloffene MP3-Player-Firmware.
Um zu erklären, wie ich dazu komme darüber zu schreiben muss ich weit in meine Vergangenheit zurückgreifen. Es fing damit an, dass ich zur Konfirmation einen Festplattenplayer, den Samsung YH-820 bekommen habe. Einige Wochen später bekam ich eine Fehlermeldung: "Device can't HDD initialize! Device will be turned off"
Bis letzte Woche Samstag. Da ich mich ja jetzt seit eineinhalb Jahren mit Linux beschäftige, dachte ich: "Irgendwie muss das Ganze doch wieder hinzukriegen sein." Und so ist es auch. Ich hatte schon vorher festgestellt, dass der MP3-Player als normales USB-Massenspeichergerät erkannt wird, das aber nicht formatiert und auch nicht lesbar ist. Also habe ich zunächst versucht die Festplatte über GUI-Programme zu formatieren. Das hat nicht funktioniert. Aber wie immer ist die Konsole das mächtigste Werkzeug des Linux-Users.
MP3-Player rein, Konsole auf und los geht's.
Mein MP3-Player wurde als /dev/sdb erkannt (, weil ich nur eine Festplatte intern verbaut habe.)
Über den Befehl 'mkfs.vfat -I /dev/sdb' ließ sich dann eine Partition erstellen (/dev/sdb1), diese wurde korrekt eingebunden und angezeigt. Dann habe ich über eine Virtuelle Windows-Version die Firmware von Samsung eingespielt. Soweit, so gut. Das Problem war aber, dass ich zu dem Zeitpunkt Musik nur über diese Windows-Installation auf den MP3-Player kopieren konnte. Also habe ich das Internet nach Programmen durchstöbert, mit denen ich auch unter Linux Musik rüber kopieren konnte. Stattdessen bin ich auf Rockbox gestoßen und habe es gleich installiert. Da die Garantie sowieso verfallen war und ich sie wahrscheinlich hätte nie in Anspruch nehmen können, hatte ich keine Bedenken.
Die Funktionen um die Rockbox meinen MP3-Player erweitert sind enorm und völlig ohne Vergleich zu dem, was nicht mehr funktioniert:

+ Mehr abspielbare Formate
+ Einfacheres Menü
+ Anpassbares Design
+ Sehr stufenreiche Laustärkeoptionen (-127 dB bis 0 dB)
+ Umfangreiche Equalizer-Einstellungen
+ Anzeige von Bildern in vielen verschiedenen Formaten
+ Applikationen (z.B. Taschenrechner, Zeichenprogramm, Stoppuhr)
+ Spiele (z.B. Blackjack, Schach, Doom (Freedoom ein 3D-Ego-Shooter), Solitär, Snake)
+ Demos, die die Fähigkeiten des Prozessors sehr gut zur Schau stellen
+ Die Möglichkeit Videos abzuspielen

- Keine Radiofunktion
- Keine Möglichkeit Ton aufzuzeichnen
- Kein Garantieanspruch mehr


Bei den Positiven Eigenschaften kann man bestimmt noch viel mehr aufzählen, aber ich habe mal die genommen, die für mich als unentbehrlich erschienen.
Ich bin sehr zufrieden mit dieser Firmware, auch wenn es sich noch um Entwicklerversionen handeln, die sehr selten abstürzen. Tägliche Updates zeigen zudem noch, dass das Projekt auch noch lebt und nicht wie viele andere Opensource-Projekte einfach aufhören.

MfG klaxa

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